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Michel Foucaults Psychoanalyse-Interpretation – zwischen Subversion und Normalisierung

Gerhard Unterthurner: "Michel Foucaults Psychoanalyse-Interpretation - zwischen Subversion und Normalisierung" (Vortrag gehalten im Rahmen der Tagung "Philosophie und Psychologie: Systematische und historische Perspektiven" am 9. Dezember 2017 an der Universität Wien) Michel Foucault hat keine ausführliche oder explizite Interpretationen zu psychoanalytischen Konzepten oder Texten geliefert, dennoch nimmt die Psychoanalyse immer wieder einen strategisch wichtigen Platz in seinem Denken ein. Nachdem er sie in den 1950er Jahren noch von der Phänomenologie her kritisch eingegrenzt hatte, stellte er die Psychoanalyse in den 1960er Jahren als radikale und subversive "Gegenwissenschaft" in Kontrast zu den Humanwissenschaften. Diese Auszeichnung der Psychoanalyse verkehrt sich in den 1970er-Jahren in eine scharfe Kritik, insofern sie nun zu einer Protagonistin für das wurde, was Foucault als Geständniszwang und Normalisierung interpretierte. In den 1980er Jahren ändert sich das nicht mehr grundsätzlich und die historische Analyse des Geständnisses wird im Rahmen der Selbsttechnologien weiterverfolgt. Der Beitrag gibt einen Überblick über verschiedene Verortungen der Psychoanalyse in Foucaults Texten, wobei das Schwergewicht auf die 1960er und vor allem die 1970er Jahre gelegt wird.

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